geschlechtsidentität/sexuelle Identität
Geschlechtsidentität auch sexuelle Identität genannt, ist etwas ganz Persönliches und Individuelles und besagt, wer du in Bezug auf dein Geschlecht bist, also beschreibt die eigene Wahrnehmung von sich selbst und deinem eigenen Geschlecht. Es hat nichts mit dem Körper zu tun, den andere sehen. Es geht darum, wie du dich selbst fühlst.
Die Geschlechtsidentität kann sich von dem unterscheiden, was bei der Geburt gesagt wurde. Sie ist losgelöst von sexuellen Beziehungen zu anderen und bezieht sich nur auf das eigene Selbstverständnis (wie du dich selbst siehst und wahrnimmst). Es ist wichtig, die Identität einer Person zu respektieren, auch wenn sie dem traditionellen Verständnis von Geschlecht nicht entspricht. Jeder hat das Recht, so zu sein, wie er*sie sich fühlt.
Folgende Begriffe stehen für die sexuelle bzw. Geschlechtsidentität:
- Nicht-binär oder non-binär: sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen
- Transgeschlechtlich: sich nicht oder nicht nur mit dem angeborenen Geschlecht identifizieren
- Intergeschlechtlich: sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsmerkmale in sich tragen
- Cis: die sexuelle Identität stimmt mit dem biologisch angeborenem Geschlecht überein
- Queer: ist Sammelbegriff für alle, die nicht der heterosexuellen Geschlechternorm entsprechen
Queer ist ein Sammel- oder Überbegriff sowohl für die sexuelle Orientierung als auch für die sexuelle Identität. Queer wird auch benutzt, wenn die sexuelle Orientierung nicht der zweigeschlechtlichen, cis geschlechtlichen oder heterosexuellen Norm entspricht.
Sexuelle Identität wird häufig synonym (Wort oder Begriff mit gleicher/ähnlicher Bedeutung) mit dem Begriff sexuelle Orientierung verwendet. Tatsächlich macht der Begriff sexuelle Identität im Gegensatz zu dem Begriff sexuelle Orientierung aber deutlich, dass es sich bei der Sexualität um einen Bestandteil des Selbstverständnisses einer Person handelt, das nicht nur durch die sexuelle Beziehung zu einer anderen Person bestimmt ist.
Die sexuelle Identität wird bestimmt durch
- Geschlechtsidentität (Eigenwahrnehmung, gefühltes Geschlecht)
- Das Geschlecht, mit dem sich die Person identifiziert
- Das Geschlecht muss nicht zwangsläufig dem biologischen (angeborenen) Geschlecht entsprechen
- Geschlechtsausdruck (Fremdwahrnehmung, die Wirkung nach außen und was andere der Person zuschreiben)
- Das Erscheinungsbild, wie die Person nach außen wirkt, hängt häufig mit den Vorstellungen zusammen, die prägend in der Gesellschaft, der Gruppe etc. sind
- Körperlichkeit (Anatomie, biologisches, angeborenes Geschlecht)
- bezogen auf die Geschlechtsmerkmale des Körpers wie z.B. Brüste, Haare, Muskulatur, Körperbau etc. sowie die Geschlechtsorgane
Anziehung
- Sexuelle Orientierung
- zu wem sich die Person sexuell, d.h. hier körperlich hingezogen fühlt
- Romantische Orientierung
- mit wem sich die Person eine Beziehung vorstellen kann, die losgelöst von sexuellen Empfindungen (z.B. asexuell) sein kann
